PV-Prognose in Home Assistant: pvnode per REST in 5 Minuten integrieren

Eine der häufigsten Fragen, die uns aus der Community erreicht: "Wann kommt eine Home Assistant Integration?" Die Antwort: Eine offizielle HACS-Integration ist in Planung und kommt mit der pvnode V2 API. Bis dahin müssen Sie aber nicht warten — denn Home Assistant bringt von Haus aus alles mit, um die pvnode Forecast API direkt einzubinden. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie das in wenigen Minuten gelingt.
TL;DR
- Keine Custom Component nötig — der eingebaute RESTful Sensor reicht aus.
- 15-Minuten-Auflösung für bis zu 7 Tage Vorhersage, mit Nowcasting alle 10 Minuten aktualisiert.
- Komplette Forecast-Reihe als Sensor-Attribut — ideal für ApexCharts und Automationen.
Warum Home Assistant + pvnode?
Wer seine PV-Anlage mit Home Assistant betreibt, kennt die Stärken: Wallbox, Wärmepumpe, Speicher und Hausgeräte lassen sich zentral orchestrieren. Was bisher oft fehlt, ist eine wirklich präzise Prognose, auf deren Basis sich Lasten verschieben lassen. Genau hier setzt pvnode an: 15-Minuten-Auflösung, physikalisches Modell statt grober Abschätzung, optional alle 10 Minuten via Nowcasting aktualisiert.
Da pvnode eine reine REST-API ist, brauchen Sie kein zusätzliches Plugin — nur eine kleine Ergänzung in Ihrer configuration.yaml.
1. API-Key sicher ablegen
Nach der Registrierung auf pvnode.com erstellen Sie sich einen API-Key in den Account-Einstellungen. Diesen legen Sie in Home Assistant in der secrets.yaml ab — so taucht der Key später nicht in Logs oder Backups Ihrer Konfiguration auf:
secrets.yaml
2. REST-Sensor konfigurieren
Tragen Sie folgenden Block in Ihre configuration.yaml ein und passen Sie Standort und PV-Konfiguration an Ihre Anlage an:
configuration.yaml
Die wichtigsten Parameter im Überblick:
| Parameter | Beschreibung |
|---|---|
latitude / longitude | Standort der PV-Anlage |
slope | Neigung der Module in Grad (0 = flach, 90 = vertikal) |
orientation | Ausrichtung in Grad (0 = Nord, 90 = Ost, 180 = Süd, 270 = West) |
pv_power_kw | Installierte Leistung in kWp |
forecast_days | Anzahl Tage Vorhersage (0–7) |
required_data | Welche Felder die API zurückgeben soll — alle Optionen finden Sie hier |
Eine vollständige Übersicht aller Parameter gibt es in der Forecast API Dokumentation.
Der value_template rundet die aktuelle Zeit auf das nächste 15-Minuten-Intervall ab und sucht in der UTC-formatierten Forecast-Reihe nach dem passenden Eintrag. Das Ergebnis ist die aktuelle prognostizierte Leistung in Watt — als Sensor-State, der wie jede andere Leistungsmessung in Home Assistant nutzbar ist.
3. Konfiguration neu laden
Nach dem Speichern: Entwicklerwerkzeuge → YAML → Alle YAML-Konfigurationen neu laden. Beim ersten Anlegen des Sensors ist ein Neustart erforderlich.
Unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände finden Sie nun den Sensor sensor.pvnode_power_now. Der State zeigt die aktuelle prognostizierte Leistung, in den Attributen liegt die komplette 15-Minuten-Vorhersage — und damit alles, was Sie für Charts und Automationen brauchen.
4. Vorhersage als Diagramm visualisieren
Mit der ApexCharts Card (über HACS installierbar) können Sie die komplette Forecast-Reihe als Kurve plotten:
lovelace.yaml
Der data_generator baut das Datenarray direkt aus den Sensor-Attributen — kein zusätzlicher Template-Sensor, keine doppelte Speicherung der Daten.
Anwendungsfälle in der Praxis
Sobald die Forecast als Sensor verfügbar ist, lässt sie sich mit den üblichen Home Assistant Mitteln in Automationen einbinden. Ein paar Beispiele aus dem Alltag unserer Nutzer:
- Wallbox steuern — EV laden, sobald für die nächsten Stunden ausreichend Solarproduktion erwartet wird.
- Wärmepumpe planen — Brauchwasser-Aufbereitung gezielt in Zeiten mit Überschuss legen.
- Batterie optimieren — Vor erwarteten Schlechtwetterperioden voll laden, an sonnigen Tagen morgens entladen lassen.
- Lastverschiebung — Waschmaschine, Trockner oder Spülmaschine zu prognostizierten Spitzenzeiten starten.
Ein einfaches Beispiel: Eine Automation, die prüft, ob in den nächsten 4 Stunden die durchschnittliche Prognose über 3 kW liegt, und erst dann die Wallbox freigibt. Da die komplette Forecast-Reihe im Sensor-Attribut values liegt, reicht ein kleines Jinja-Template — keine externe Datenbank, kein Custom Component.
Mit Nowcasting noch näher an der Realität
Die Standard-Forecast aktualisieren wir typischerweise einmal pro Stunde — entsprechend reicht scan_interval: 3600. Mit dem Nowcasting Add-on berechnen wir die Prognose alle 10 Minuten auf Basis aktueller Satellitendaten neu. Setzen Sie dann einfach scan_interval: 600 und Sie erhalten eine deutlich höhere Reaktivität auf Wolkenbewegungen — besonders relevant, wenn Ihre Automationen auf Kurzzeit-Lastverschiebung optimiert sind.
Für Ost/West-Aufdachungen oder mehrere Strings legen Sie einfach mehrere REST-Sensoren mit unterschiedlichen unique_id an. So können Sie die Erträge pro Dachfläche prognostizieren und in Ihren Automationen separat berücksichtigen.
Und die offizielle Integration?
Eine native HACS-Integration ist fest auf der Roadmap und kommt nach der Veröffentlichung der pvnode V2 API. Sie wird die manuelle YAML-Konfiguration durch eine UI-basierte Einrichtung ersetzen. Bis dahin ist der Weg über den REST-Sensor aber alles andere als ein Workaround — er funktioniert produktiv, ist transparent und lässt sich exakt an Ihre Bedürfnisse anpassen.
Loslegen
Wenn Sie pvnode noch nicht nutzen: Alle neuen Accounts starten im Pro + Nowcasting Plan mit 5 Standorten zum Testen. Account anlegen, API-Key generieren, YAML-Block einfügen — und Sie haben die Prognose in Home Assistant in weniger als 5 Minuten.
Bei Fragen oder Feedback nutzen Sie gerne den Feedback-Button im Dashboard. Und wenn Sie eine besonders schöne Automation oder ein Dashboard auf Basis der pvnode-Daten gebaut haben: Wir freuen uns über Beispiele und teilen die besten Lösungen gerne mit der Community.